Frauen sind systemrelevant! Gesellschaft, Politik und Wirtschaft müssen die Leistungen von Frauen honorieren!

 

Die Corona-Krise hat unser gesellschaftliches und soziales Leben von Grund auf verändert. Gleichzeitig führt uns die Pandemie auch vor Augen, welch große gesellschaftliche Bedeutung die Arbeit in den systemrelevanten Berufen hat, auch wenn wir viele dieser Tätigkeiten in unserem Alltag nicht bewusst wahrnehmen. Außerdem zeigt sich, dass Frauen neben dem Job noch immer den Großteil der Haus- und Familienarbeit übernehmen.

Systemrelevante Berufe sind größtenteils „Frauenberufe“

Zu den systemrelevanten Berufen gehören unter anderem die Kranken- und Altenpflege und die Erzieherinnen und Erzieher. Auch der Einzelhandel, in dem überwiegend Frauen, oft in Teilzeit arbeiten, ist unabdingbar. Oft vergessen werden dabei ebenfalls das Personal in den Küchen und Kantinen, der Reinigungsdienst, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung von Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen oder auch Rettungsdiensten. Die Gesellschaft braucht diese Menschen jeden Tag und ohne Pause. Der Frauenanteil in diesen Berufen liegt bei über 70 %.

Gerade jetzt wird deutlich: Es sind Frauen, die den Laden am Laufen halten! Neben den schwierigen Arbeitsbedingungen sind Frauen in vielen dieser Berufe täglich auch einer erhöhten Ansteckungsgefahr ausgesetzt. Für ihre Arbeit verdienen sie unsere Wertschätzung und Hochachtung. Leider entsprechen ihre Einkommen aber noch immer nicht ihrer großen Leistung und der Verantwortung, die sie übernehmen.

Die Frauen-Union Bayern fordert deshalb eine höhere Wertschätzung für diese Berufsbilder und eine dauerhaft bessere Bezahlung!


Frauen übernehmen neben dem Beruf die Haus- und Familienarbeit

Es sind Frauen, insbesondere Mütter, die derzeit im privaten und im beruflichen Umfeld besonders gefordert sind. Sie leisten noch immer den Großteil der unbezahlten Care-Arbeit und organisieren den neuen Familienalltag. Die ganztägige Kinderbetreuung und die Unterstützung der Kinder bei den schulischen Leistungen muss nun neben dem Beruf gewährleistet werden.

Fest steht: Es darf keine Rolle rückwärts geben. Wir müssen verhindern, dass Frauen durch die Corona-Pandemie wieder in alte Rollenmuster zurückgedrängt werden. Der Gesellschaft muss bewusst werden, dass Frauen nicht ausschließlich in der Erzieherrolle zu sehen sind. Auch wenn „die Mama immer die Mama bleibt“, muss es möglich sein, dass Familie und Beruf entsprechend der jeweiligen individuellen Bedürfnisse der Familien kombiniert werden. Ferner muss die Arbeit von Frauen und Männern gleich viel wert sein, unabhängig davon ob die Tätigkeit in Teil- oder Vollzeit ausgeübt wird. Frauen leisten die gleiche wertvolle Arbeit wie ihre männlichen Kollegen - diese Wertschätzung müssen die Frauen finanziell und gesellschaftlich erfahren.

Die Frauen-Union Bayern fordert aus diesem Grund mehr Lohngerechtigkeit für Frauen. Das geschlechterspezifische Lohngefälle muss weiter reduziert werden. Eine Entgeltgleichheit von Frauen und Männern ist unabdingbar. Es müssen Maßnahmen ergriffen und zielführende Lösungen gefunden werden.


Erwerbstätige und studierende Alleinerziehende

Besonders hart trifft die aktuelle Situation erwerbstätige und studierende Allerziehende. In Alleinverantwortung mit den Kindern zu Hause und gleichzeitig im Home-Office arbeiten, birgt enorme Herausforderungen. Die überwiegende Mehrzahl an erwerbstätigen und studierenden Alleinerziehenden sind Frauen. Deren Alltagssituation führt unter den jetzigen Bedingungen mit geschlossenen bzw. im Notbetrieb laufenden Betreuungseinrichtungen zu einer massiven Belastung.

Die Frauen-Union Bayern fordert die Alleinerziehenden auch nach der Corona-Krise stärker in den Fokus zu rücken und mit speziellen Leistungen zu unterstützen. Hierzu zählen sowohl finanzielle Maßnahmen als auch die Verbesserung struktureller Rahmenbedingungen.


Gewalt gegen Frauen und Kinder

Der psychische und physische Stress, finanzielle Belastungen und Kontaktbeschränkungen führen vermehrt zu Spannungen und Streit. Wenn das eigene zu Hause zu einem Ort der Gewalt und Gefahr wird, hat das entsetzliche Folgen. Vor allem, wenn die Möglichkeit fehlt diesem Ort zu entkommen. Bereits wenige Wochen nach Beginn der Einschränkungen meldeten die Hilfe- und Beratungsstellen einen Anstieg an Anfragen. Größtenteils sind Frauen und Kinder die Opfer von häuslicher Gewalt.

Die Frauen-Union Bayern fordert die bestehenden Hilfs- und Beratungsangebote z.B. das Angebot an Plätzen in Frauenhäusern, flächendeckend weiter auszubauen und personell zu verstärken.


Zusammenfassend fordert die Frauen-Union Bayern:

  • Eine höhere Wertschätzung und dauerhaft bessere Bezahlung für systemrelevante Berufe.
  • Maßnahmen und Lösungen zur Schaffung von Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern.
  • Finanzielle Leistungen und besondere Unterstützungsangebote für erwerbstätige und studierende Alleinerziehende.
  • Einen flächendeckenden Ausbau der bestehenden Hilfs- und Beratungsangebote im Zusammenhang mit Gewalt gegen Frauen und Kinder.

Frauen sind systemrelevant - ein engagiertes Handeln und die Umsetzung innovativer Ideen sind dringend notwendig!

Das Positionspapier zum Herunterladen als PDF

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