„Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Hilfe – wo Europa und Solidarität wirklich zählt“

 

Am Eröffnungsabend der Münchner Sicherheitskonferenz diskutierte die Frauen-Union Bayern mit dem EU-Kommissar für Humanitäre Hilfe und Krisenmanagement, Christos Stylianides und der FU-Landesvorsitzenden und Europagruppenvorsitzenden, Prof. Dr. Angelika Niebler, MdEP, über die Zukunft der Zusammenarbeit mit Afrika, die Krisen der Region, was gemeinsam getan werden kann und den Beitrag, den Frauenorganisationen und Stiftungen hierzu leisten können.

In seiner Keynote appellierte EU-Kommissar Stylianides – mit Blick auf die Europawahl am 26. Mai - die Arbeit für Europa fortzuführen und so die Verbundenheit mit Europa weiter zum Ausdruck zu bringen: Zu europäischen Werten zu stehen, die gemeinsame europäische Identität zu stärken, das europäische Projekt zu vertreten.

Stylianides, der von der Ukraine, über Syrien, den Südsudan, bis hin zum Yemen und zu Myanmar zuständig ist, gab Einblick in Regionen, deren Bevölkerung häufig mit Problemen wie Gewalt gegen Kinder und Frauen, sexuelle Übergriffe, Kinderehen und Zwangsarbeit konfrontiert ist. Regionen, wo die Bevölkerung keinen Zugang zu Wasser, zu Essen oder zu grundlegender Gesundheitsversorgung hat.

Jedes Jahr investiere die EU 1.8 Milliarden Euro, um das Leid der Menschen weltweit zu lindern, so Stylianides. Neben der humanitären Hilfe, die unmittelbar und kurzfristige Bedürfnisse, wie Essen und Unterkunft, bereitstellt, liegt Stylianides‘ besonderes Augenmerk auf dem Thema Bildung in humanitären Krisen. Für ihn eine „strategische Investition in den Frieden“, denn Bildung würde der Radikalisierung, dem Menschenhandel, sowie geringer Schulbildung bei Kindern und Kinderehen entgegenwirken. 2019 wurde 10% des Gesamtbudgets für die Bildung ausgeben, zehn Mal so viel wie im Jahr 2015. Ein Schwerpunkt sei dabei auch, das Thema Gewalt gegen Frauen und Mädchen anzugehen, die besonders von Frauen betroffen seien. Hier investiert die EU 30 Millionen Euro. Sicherheit, Stabilität und Wohlstand könne dann erreicht werden, wenn Kinder und Frauen eine gute Bildung erhielten.

Um Armut dauerhaft zu begegnen, sei eine umfassende Herangehensweise wichtig, eine Partnerschaft auf Augenhöhe, wie sie EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zwischen der EU und den afrikanischen Ländern angekündigt hat. Dies machte auch die Landesvorsitzende der Frauen-Union Bayern und Vorsitzende der CSU-Europagruppe, Prof. Dr. Angelika Niebler, MdEP, in ihrer Einführung deutlich. Zielsetzung politischer Maßnahmen sei insbesondere, Perspektiven vor Ort zu schaffen, wie es auch Bundesminister Dr. Gerd Müller, MdB, mit seinem „Marshall-Plan für Afrika“ fordere: „Wenn Sie unsere Außengrenzen anschauen: Wir sind mehr denn je gefordert, Chancen aufzubauen, Entwicklungen anzustoßen, Menschen vor Ort in Afrika zu unterstützen,“ so Niebler. Wenn jeder Regierungsbezirk, wenn jede Region in Europa mit eigenen Projekten tätig würde, dann käme man entwicklungspolitisch einen entscheidenden Schritt voran. Eine zentrale Rolle spielten dabei auch Projekte, die Frauenverbände und Stiftungen anstoßen, so Niebler.

Vier Projekte, die einen Beitrag zur Entwicklungszusammenarbeit leisten, wurden an diesem Abend vorgestellt:

  • Das „Kenia Projekt der bayerischen Landfrauen“, vorgestellt von Christine Reitelshöfer, zweite stellvertretende Landesbäuerin der Landfrauengruppe des Bayerischen Bauernverbandes und Bezirksbäuerin von Mittelfranken. Zielsetzung des Projekts ist, die Rechte der Frauen vor Ort zu steigern. Hierzu gründeten die bayerischen Landfrauen eine Interessensvertretung – einen Landfrauenverein vor Ort.

  • „Chancen schenken - Pate werden – Bildungspatenschaften in Ecuador“, vorgestellt von Senator e.h. Gerhard Hess, Vorsitzender des Vorstandes der Alfons-Goppel-Stiftung.

  • „Bildung als Schlüsselressource für junge Menschen in Afrika“, vorgestellt von Karl-Heinz Köster, Koordinator für kommunale Entwicklungspolitik und -zusammenarbeit, Landratsamt Donau-Ries. Zielsetzung: Schulen in aller Welt zu bauen, um Kindern Bildungschancen zu schaffen, hauptsächlich Infrastruktur.

  • „Weibliche politische Nachwuchsförderung in den afrikanischen Ländern - Pilotprojekt Marokko“, vorgestellt von Daniela Steiner, Landesgeschäftsführerin der Frauen-Union Bayern. Zielsetzung: Mentoring für politisch interessierte Frauen. Sie sollen ermutigt werden, ihre Potentiale zu nutzen, um die Zukunft ihrer Heimat zu gestalten und als (politische) Entscheidungsträgerinnen zur Stärkung der sozioökonomischen, der demokratischen und der rechtsstaatlichen Entwicklung ihres Landes beizutragen.

Im Anschluss an die Projektvorstellungen diskutierten Christos Stylianides und Angelika Niebler, moderiert von Astrid Gabler, mit den rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Veranstaltung.

Impressionen zu unserer Veranstaltung

Video zu unserer Veranstaltung

Weitere Informationen zu den vorgestellten Projekten:

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