Ganz im Zeichen von König Fußball
"Wenn in Oberbayern das Herz der CSU schlägt, dann sind wir oberbayerische Frauen die Seele der CSU."
Bezirksversammlung der Frauen-Union Oberbayern tagte in Erding
Sollte es noch Zeitgenossen geben, die den ernsthaften Versuch starten, am fußballerischen Sachverstand von Frauen zu zweifeln, wurden sie bei der Bezirksversammlung der oberbayerischen Frauen-Union (FU) in Erding jetzt eines besseren belehrt. Als heiteres Warm-up der selbstbewussten Versammlung forderte die Gastgeberin, FU-Bezirksvorsitzende Dr. Angelika Niebler, mit kniffeligen Detailfragen rund um die Fußball-EM den sportlichen Ehrgeiz der rund 150 Teilnehmerinnen heraus. Jede der zehn Fragen ("Welche vier Länder in der EM sind nicht Mitglied der Europäischen Union?") wurde in sekundenschnelle mehrfach richtig beantwortet. Was jeweils mit einem original EM-Ball belohnt wurde.
Auch sonst gaben sich die Delegierten, deren zentrales Thema die bevorstehenden Wahlen für Land- und Bezirkstag waren, äußerst kämpferisch und fanden damit bei ihren prominenten Gästen rege Unterstützung. Neben Erdings Stadtoberhaupt Max Gotz, Landrat Martin Bayerstorfer und dem Erdinger Bundestagsabgeordneten Dr. Max Lehmer war auch Bayerns Kultusminister Siegfried Schneider anwesend.
Wahlprogramm für Bayerns Zukunft
Erdings Landtagsabgeordnete Ulrike Scharf-Gerlspeck, die wiederum als Spitzenkandidatin der oberbayerischen Frauen-Union ins Rennen geht, erwartete von der Versammlung ein "Signal der Entschlossenheit, für die CSU und damit für Bayern die absolute Mehrheit, "50 + x" zu holen". Zugleich warf sie in ihrer programmatischen Rede den politischen Gegnern vor, nur das Ziel zu haben, die CSU-Mehrheit zu brechen: "Ist das alles, was sie zu bieten haben?", so Scharf-Gerlspeck und folgerte: "Aus reinem Protest kann keine Kraft für die Zukunft entstehen." Diese Kraft aber habe die CSU.
Vor allem der Frauen-Union Oberbayern wies Scharf-Gerlspeck dabei eine wichtige Rolle zu: Gerade durch die vielfältigen Lebenssituationen, Biographien und Erfahrungen, die Frauen einzubringen hätten, könne die Politik entscheidend profitieren. Daher brauche erfolgreiche Politik sowohl männliche als auch weibliche Sichtweisen. Unter großem Applaus führte die Erdingerin das Zitat des oberbayerischen CSU- Bezirksvorsitzenden Sigi Schneider "In Oberbayern schlägt das Herz der CSU" fort und ergänzte: "Wenn in Oberbayern das Herz der CSU schlägt, dann sind wir oberbayerische Frauen die Seele der CSU."
Aus Sicht der Frauen-Union markiert nach den Worten von Scharf-Gerlspeck das CSU-Wahlprogramm vier Schwerpunkte. Neben den Themen Verbraucherschutz und Landwirtschaft sowie Kultur, Tradition, Werte und Brauchtum betonte die Landtagsabgeordnete vor allem die Bedeutung von Bildung und Ausbildung für die Zukunft des Landes und forderte darüber hinaus mehr Chancengleichheit und soziale Leistungen für Frauen. Im Bereich der Erwerbstätigkeit von Frauen gebe es noch eine Menge aufzuholen, so Scharf-Gerlspeck, die als Beispiele familienfreundlichere Strukturen in Unternehmen, flexiblere Arbeitszeitmodelle, eine Förderung des beruflichen Wiedereinstiegs von Frauen und den Ausbau von Teilzeitstellen nannte.
FU-Kandidatenlisten für Landtag und Bezirkstag stehen
Gerade um diese Ziele zu erreichen, sei es wichtig, Frauen an der Meinungsbildung zu beteiligen. Daher empfahl Scharf-Gerlspeck den Delegierten, bei den anstehenden Wahlen Frauen zu wählen: Auf der CSU-Liste für die Landtagswahl können sie dabei unter 10 Kandidatinnen der Frauen-Union auswählen, die in Erding ebenso vorgestellt wurden wie die 12 Kandidatinnen, die die Frauen-Union aus ihren Reihen für den Bezirkstag ins Rennen schickt. Spitzenkandidatin für den Bezirkstag ist Frederike Enders aus dem Kreisverband Miesbach, die den Delegierten eine kurze Übersicht über die Aufgaben des Bezirkstages gab und zugleich künftige Herausforderungen dieses wichtigen Gremiums umriss. Gerade für die schwächsten in der Gesellschaft, die häufig auf fremde Hilfe und Unterstützung angewiesen seien, trage der Bezirkstag mit seiner Arbeit ausdrücklich Sorge. Da besonders Frauen in diesem Lebensbereich häufig aktiv seien, sei es wichtig, dass sie ihre Kompetenzen und praxisnahen Erfahrungen in den Bezirkstag einbringen könnten und in die Mandate gewählt würden.
Vorbilder ermutigen
Den ausdrücklichen Mut zu Mandaten sprach die langjährige saarländische Europaabgeordnete und Präsidentin der Frauen in der Europäischen Volkspartei, Doris Pack als Gastrednerin den Delegierten zu. Unter dem Titel "Starke Frauen machen den Unterschied - Der Einsatz lohnt" belegte sie die Bedeutung von Vorbildern für politisch aktive Frauen. Während früher die Bemerkung "Kann die das?" die politische Arbeit einer Frau in Frage stellen sollte, gehe es jetzt, nachdem die Frauen ihr Können unter Beweis stellten, um die Sorge "Wie schafft die das?". Deshalb ist es aus ihrer Sicht wichtig, Beispiele dafür, wie es gehe, in den eigenen Reihen zu haben, betonte Doris Pack und nannte u.a. auch Angelika Niebler. Sie spiele als zweifache Mutter nicht nur eine herausragende Rolle im Europäischen Parlament, sondern ermutige auch durch ihre Arbeit für die Frauen-Union und das Mentoring-Programm politisch aktive Frauen zum politischen Engagement.
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