Neue Perspektiven für weibliche Führungskräfte in Unternehmen eröffnet das Modellprojekt "Frauen in Führungspositionen - ein überbetrieblicher, unternehmensorientierter Ansatz", das die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme und vbm in Zusammenarbeit mit dem Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft e. V. (bbw) entwickelt haben. Es hat zum Ziel, weibliche Fachkräfte mit Entwicklungspotenzial gezielt zu fördern. Es zeigt den Teilnehmerinnen Wege für ein aktives Selbstmanagement und fördert die Entwicklung ihrer fachlichen, methodischen und persönlichen Kompetenzen.
"Wir brauchen eine höhere Erwerbstätigkeit von Frauen und damit auch mehr weibliche Führungskräfte", sagte Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer bayme vbm, heute zum Start des Projekts. 22 Mitgliedsunternehmen mit insgesamt 60 Teilnehmerinnen beteiligen sich an dem auf zwei Jahre angelegten bayernweiten Projekt. "Die Nachfrage nach gut qualifizierten Mitarbeitern wird in den nächsten Jahren steigen. Mit Blick auf die demografische Entwicklung ist es entscheidend, dass ein hoher Anteil an erwerbstätigen Frauen auch in gehobenen Stellungen und Führungspositionen der Wirtschaft vertreten ist. Bei der gezielten Förderung der Talente in den Unternehmen setzt unser Projekt an", so Brossardt weiter.
"Mütter im Chefsessel? In Deutschland Fehlanzeige! Was wir brauchen ist ein Bewusstseinswandel - daran müssen Politik und Wirtschaft weiter Hand in Hand arbeiten", betont Bayerns Frauenministerin Christine Haderthauer, die die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen hat. "Auch den Unternehmen muss klar sein: Der Einsatz an der ‚Familienfront' lässt Mitarbeiter besser werden. Sie gewinnen an Qualität, Motivation und Freude an der Arbeit, weil sie Freude am Leben gewinnen. Familienzeit darf nicht länger Hemmnis beim beruflichen Aufstieg sein, sondern muss zum Erfolgsfaktor werden" so Haderthauer weiter.
"Frauen sind anders gut als Männer und daher durch die besten Männer nicht zu ersetzen. Schlaue Unternehmen setzen auf genügend Frauen in den Führungsebenen. Inzwischen haben ja sogar Studien bewiesen, dass dies die Umsätze steigert, weil die Sichtweisen und Vorgehensweisen gemischter Teams einen Qualitätszuwachs bringen. Ich bin überzeugt: Unternehmen, die heute keine talentierten jungen Frauen fördern, werden morgen vom Markt verschwunden sein", so die Ministerin.
Im Hinblick auf die aktuelle Diskussion um eine Frauenquote in der Wirtschaft erklärte bayme vbm Hauptgeschäftsführer Brossardt: "Das Ziel ist ohne Zweifel richtig, bürokratische Regelungen nutzen aber nichts. Es darf nicht um Quoten gehen, sondern um die richtige Unterstützung und bessere Rahmenbedingungen zur Verwirklichung beruflicher Karrieren von Frauen. Dazu zählt auch ein breites und flexibles Kinderbetreuungsangebot."
Artikel vom - zurück zur Übersicht
Ausgedruckt am
von URL: http://www.fu-bayern.de/fulv/content/aktuelles/20100714_1344.htm
Veröffentlichung und weitere Vervielfältigung nur mit Genehmigung der CSU-Landesleitung
© Frauen-Union der CSU 2010 - Alle Rechte vorbehalten