"Der Begriff ‚Kinderlärm' hat im Vokabular einer kinderfreundlichen Gesellschaft nichts zu suchen! Wir sollten den Begriff streichen. Für kindliche Lebensäußerungen gilt nicht die Gleichung ‚Geräusch' ist gleich ‚Lärmbelästigung'. Statt Nachbarschaftsstreitigkeiten wegen spielender und tobender Kinder brauchen wir einen gesellschaftlichen Perspektivwechsel", so Bayerns Familienministerin Christine Haderthauer heute in München mit Blick auf den Internationalen Tag gegen den Lärm, der das Ziel verfolgt, mehr Achtsamkeit für die unterschiedlichen Erscheinungsformen, Wirkungsweisen von Geräuschen und die Vermeidbarkeit von Lärm zu wecken. Haderthauer wies auf Untersuchungen hin, die zeigten, dass viele Faktoren, besonders aber auch die gesellschaftliche Haltung zu einer bestimmten Geräuschquelle, unser Empfinden von Schall maßgeblich beeinflussen: "Lärm ist relativ. Jedem muss klar sein, dass Kinder auch laut sein dürfen. Das ist spontan, mitreißend und absolut notwendig für die kindliche Entwicklung". Die Ministerin abschließend: "Die Entwicklung von Kindern verläuft zum Glück nicht geräuschlos! Wir alle sollten uns fragen, warum immer weniger Kinder in unserem Land toben und spielen und gleichzeitig die Lärmschutzwälle um die Kinderspielplätze immer höher werden. Ich wünsche mir zum Tag des Lärms viele kleine ‚Krachmacher'. Spielende Kinder machen keinen Lärm, sondern Zukunftsmusik!"
Artikel vom - zurück zur Übersicht
Ausgedruckt am
von URL: http://www.fu-bayern.de/fulv/content/aktuelles/20100426_1018.htm
Veröffentlichung und weitere Vervielfältigung nur mit Genehmigung der CSU-Landesleitung
© Frauen-Union der CSU 2010 - Alle Rechte vorbehalten