Betrachtet man die Haushalte der Menschen über 65 Jahre getrennt nach Geschlechtern, zeigt sich, dass das Wohlstandsniveau bei Frauen rund 21 Prozent unter dem der Männer liegt.
Das Armutsrisiko für Frauen über 65 Jahre liegt in Bayern mit 17,4 Prozent deutlich über dem der Männer mit 14,8 Prozent. Im Jahr 2002 verfügten die Frauen im Bundesdurchschnitt nur über 555 Euro Rente monatlich, das sind circa 60 Prozent der Rente der Männer mit 929 Euro im Monat. In Bayern beträgt die durchschnittliche monatliche Altersrente bei Frauen
497 Euro, während sie für Männer mit 975 Euro fast doppelt so hoch liegt.
Die Zahlen zeigen: Noch immer haben Frauen, bedingt durch geringere Arbeitseinkommen und ihre Erwerbsbiografien, im Alter ein höheres Armutsrisiko als Männer. Damit sind sie weiterhin besonders von Altersarmut betroffen und die aktuellen Entwicklungen lassen befürchten, dass Altersarmut in der Zukunft bei Frauen weiter zunehmen wird. Gründe für die besondere Betroffenheit von Frauen durch Altersarmut sind die geringere Dauer der Erwerbstätigkeit durch familien- und erziehungsbedingte Unterbrechungen, ein oft höherer Anteil an Teilzeitarbeit, geringfügige Beschäftigung, Arbeitslosigkeit und das immer noch niedrigere Einkommensniveau der Frauen. Nachdem die Rentenversicherung vom Modell des durchgehend in Vollzeit erwerbstätigen Mannes ausgeht, müssen sich die sehr viel häufiger unterbrochenen Erwerbsverläufe der Frauen zwangsläufig negativ auswirken.
Eine der wichtigsten Ursachen von Altersarmut bei Frauen ist die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung sowohl auf dem Arbeitsmarkt als auch im häuslichen Bereich. Sie beeinflusst die Berufswahl und die Möglichkeit, Führungspositionen zu erreichen. Sie führt zu Erwerbsunterbrechungen und einem hohen Anteil an Teilzeitbeschäftigung und geringfügiger Beschäftigung. Dazu kommt die Abwertung des "Weiblichen", auch, beziehungsweise vor allem bei der Bezahlung. Noch immer werden die "klassischen" Frauenberufe deutlich schlechter bezahlt. Insgesamt erhalten Frauen eine um 23 Prozent geringere Bezahlung als Männer. Damit liegt die Entgeltungleichheit in Deutschland deutlich über dem europäischen Durchschnitt von 15 Prozent. Unser Land rangiert insoweit am unteren Ende der europaweiten Skala.
Eine Verringerung der Altersarmut bei Frauen benötigt ein zweigleisiges Vorgehen. Zum einen muss bei den Mädchen beziehungsweise jungen Frauen angefangen werden, denn Altersarmut beginnt mit der Berufswahl. Ihnen muss ermöglicht werden, bei guter Qualifikation und Ausbildung mit nur geringen Unterbrechungen und einem guten Einkommen beides, Beruf und Familie, vereinbaren zu können. Zum anderen müssen Maßnahmen ergriffen werden, um für die aktuell von Altersarmut betroffenen oder bedrohten Frauen, die in der Regel ein Leben lang hart gearbeitet haben, eine akzeptable und ihre Würde bewahrende Lösung zu finden.
Daher fordert der Bayerische Landesfrauenrat:
Neben diesen präventiven Ansätzen sind auch Maßnahmen für die jetzt von Altersarmut betroffenen Frauen nötig:
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