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Ohne Frauen ist kein Staat zu machen

Festakt zum 60-jährigen Jubiläum der Frauen-Union mit Pep und Pfiff

Beckstein: "Ohne Frauen ist kein Staat zu machen"

Das schönste Geburtstagsgeschenk für die Frauen-Union waren die Versprechungen des "Tandems" an der Spitze von Partei und Regierung: Sowohl CSU-Chef Erwin Huber als auch Ministerpräsident Günther Beckstein versprachen, dass Frauen in der bayerischen Politik künftig mehr zu sagen haben. "Ohne Frauen ist kein Staat zu machen, sagte Beckstein beim Festakt "60 Jahre Frauen-Union Bayern" am Samstag in Eichstätt und forderte  Gleichberechtigung auf allen Ebenen. 

Huber: Ich möchte, dass die FU noch stärker und einflussreicher wird

Und Erwin Huber bekannte: "Ich möchte, dass die FU noch stärker und einflussreicher wird". Dabei hat er vor allem das Wohl der Partei im Sinn, denn derzeit sind nur 20 Prozent der CSU-Mitglieder weiblich – obschon weit über die Hälfte der CSU-Wähler Frauen sind. "Da haben wir eine große Aufgabe vor uns", sagte Huber zur FU-Landesvorsitzenden Emilia Müller. Nahziel sind 5000 neue Mitglieder. Huber wurde ganz konkret: "Ich möchte nicht, dass Sie bei den Männern um gute Listenplätze betteln müssen", gute Platzierungen auf den Listen müssten selbstverständlich sein. An die Wirtschaft appellierte der Parteichef, mehr Kreativität in Bezug auf Arbeitszeiten und Kinderbetreuung zu entwickeln und die soziale Kompetenz der Frauen höher zu bewerten. 

Und Männer tragen die Tasche hinterher...

Solche Aussagen beim pfiffigen Geburtstagsfest im Alten Stadttheater von Eichstätt kamen natürlich gut an bei den rund 300 Gästen. Zumal vorher Mathilde Berghofer-Weichner in einem herzerfrischenden, gefeierten Vortrag darüber geplaudert hatte, wie´s einmal war. Berghofer-Weichner gehörte 19 Jahre lang dem Kabinett an, zunächst als Kultus-Staatssekretärin, dann von 1986 bis 1993 als Justizministerin. Franz-Josef Strauß, der viel von ihr hielt, vertraute ihr dennoch nicht das Innenministerium an; sie könne doch nicht mit dem Handtascherl unterm Arm eine Ehrenformation abschreiten. Ironie der Geschichte: Eine Kanzlerin schreitet heute in aller Welt Ehrenformationen ab. Wohin mit der Tasche? Das verriet MdEP Doris Pack, Vorsitzende der Deutschen Sektion der Europäischen Frauen-Union: "Sie hat Männer, die sie ihr hinterher tragen".

Der "weite Weg zur Selbstverständlichkeit" ist noch nicht zu Ende

Mathilde Berghofer-Weichner, die erste Frau in einem bayerischen Kabinett,  warnte aber davor, das Erreichte zu verspielen. "Der weite Weg zur Selbstverständlichkeit" sei noch nicht zu Ende. Mit Anekdoten würzte sie ihren Festvortrag, zum Beispiel mit der Geschichte, wie sie als  Staatssekretärin ihre Unterschrift unter einen Erlass verweigerte, mit dem Frauenfussball an bayerischen Gymnasien verboten werden sollte. Der zuständige Referent war darüber hoch empört. Sie stellte die erste Schulrätin ein, was gleichfalls zu erregten Diskussionen führte, es gab plötzlich weibliche Schulleiterinnen – und heftige Proteste. Als Justizministerin schärfte sie den Blick ihrer Mitarbeiter für die Talente der Frauen.

60 Jahre Erfolgsgeschichte FU: Ein gelungenes Poutpourri

Sechs Jahrzehnte im Schnelldurchgang auf der Leinwand, ein Potpourri von Melodien und Liedern aus sechs Jahrzehnten, Video-Glückwünsche der Kanzlerin Angela Merkel: Das war ein rasantes, originelles Programm, durch das professionell und charmant Mona-Lisa-Chefin Barbara Dickmann führte. Einen Rückblick über die Arbeit seit 1947 gaben die amtierende Vorsitzende Emilia Müller und drei ihrer Vorgängerinnen: Ursula Männle, MdL, Gerda Hasselfeldt, MdB und Maria Eichhorn, MdB. Emilia Müller bekräftigte die Forderung der Frauen-Union, dass in den Wahllisten auf allen Ebenen vier Frauen in jedem Zehnerblock stehen.  CW

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